Kategorie: alltagslyrik

  • liebe ephelide, 2024

    müßiger regenmalt blasser fassadetropfen für tropfenepheliden auf steinige stirn straßauf sich spannende schirmeorange, lila, gelbstraßab sich schließende blüten des mittags geruchnach abrieb von reifen, labkrautverdunstend aus sich verfinsternden pfützen (voll staub) spiegelnnordsommerhimmelauf meine hautregnen sanft cepheiden

  • o.t. [leinwand], 2023

    abendhimmelfarbener see eintauchen wie ein pinsel verkrustetes verflüssigen die farben des tages auswaschen rot rosa – gelb – orange – blau hell blau sanft wirken auf den grund sinken lassen ans ufer gespült trocknen g r o ß e w e i ß e l e i n w a n d

  • o.t. [traumgehäuse], 2023

    Eine Meise im Winterfedernkleid hängt kopfüber am Kiefernzweig Nadelgrüner Gardinenschleier Duftet nach Schnee, Kohle und Feuer Wippt auf und ab, fliegt auf und nieder, Nach eisiger Dusche glänzt das Gefieder Von schneegebeugtem Aste ausbeobachtet sie Das Treiben im Menschenhaus Welten gewärmt von Gehölz und Zunder Fenster geschmückt mit Stolz und Plunder Lassen nur einzelne Blicke…

  • zeit meines lebens, 2023

  • Präsenz, 2022

    Sehr geehrte Reisende, liebe Omnipräsenz,in wenigen Minuten erreichen wir Bad Belzig. Deine Augen rasen an mir vorbei und flackernals wäre ich ein Zug, der an dir vorbeifährt,obwohl du es bist, die in Bewegung ist,die pünktlich wieder weg muss, los möchte,zur nächsten Station auf dem Fahrplan ihrer Reise. Information zu RE7 Richtung Zossen, Abfahrt 16:43 Uhr,heute…

  • to huus, 2017/2022

    großmutter weinte stets im windemutter bei allen abschieden ich war noch kind ich bin es noch berührt vom wirbeln der erinnerungan ein gefühl das andere vielleichtan diesem – einem – ort verankern der wind trägt es mir nachich vertäue es in mirso hat es ein zuhausein aller welt

  • o.T. [illusionen], 2020_21

    ich spiele mit meinen gedankenwie mit fremden kindern manchmal versuche ich an etwas zu denken,an das ich vorher noch nie gedacht habe ich stelle mir vor, ich … ich sehe etwas, was du nicht sehen möchtest,obwohl du es versuchen könntest ich glaube fest daran– auch wenn es nie passieren sollte –glaube ich fast, dass es…

  • analogabschaltung, 2018_2021

    Wie Fischmäuler im Aquarium erleuchtet blau strahlendes Licht ihre Münder Wie Antennenwelse an der Scheibe kleben(d) Sie an ihren Sesseln Baden im Blubbern des Blauzahns Lustlos lassen sie sich an den Rand der grellen Strömung treiben Saugen sich an die Scheibe zur Außenwelt und starren auf den Fluss, der ihr Leben sein könnte. Spät nachts…

  • o.t. [bildgedicht], 2020

    Mögest du dich so weit fühlen wie der Horizont eines Gewässers,so leicht wie ein Blatt, das von Grashalmen getragen wird undwie Gräser, die vom Wind geformt werden,so wohlig wie eine Spinne, die im Schein der Sonne eine goldene Leiter erklimmt,so geordnet wie die Utensilien der Zenmeister*innen,so aufgeräumt wie der Ort, an dem du dich niederlassen…

  • bruch mit dem brüchigen, 2020

    Nur sprechend brechen wir auf –die Brache einer Biografie Der Gegenstand, an der richtigen Stelle stehend oder liegend, flüstert:„Alles [ist] in Ordnung.“Das liebevoll angerichtete Essen, spricht„Nie wieder Knastfraß!“Die Tür, die ich im Moment deiner Ankunft öffne, versichert„Auf dich habe ich gewartet!“Deiner Worte, so (wie) ich es verstehe, Behagen„Endlich wieder freier Ausdruck!“In dem Bett, das du…