eupheministische phrasen, 2020

eupheministische phrasen – gepostete seifenblasen

ne mutter*, die dich empowert, dann schule, uni, … das dauert!
mit besten noten durchstarten – wie lang auf prof.*in sein warten?

#(hashtag)metoo „is die bitch feminist? jetzt mimen sie kopfschuss
„emanze emanzikapiert“ – „(is) dys-/kakopheminismus…?“

hast du vorher je darüber nachgedacht,
was das label mädchen* mit deinem leben macht?

wenn du weißt, was du willst, kannst du dann werden, wer du bist?
wenn du weißt, wer du bist, kann es dann werden, wie du willst?

kigali city zwei drittel bewegen in da low house was,
karambas bundestag feiert zwei drittel andokratie krass

in afrika, süd- könn(t)en wir, könn(t)en wir straffrei abtreiben –
berlin wollta paragraph zwo eens acht uf ewich festschreiben?

bis zweiundzwanzig die pille – du willst nie… ist ihnen rille!
jetzt gibt’s nur noch babybonus … familyplanung – verschohn‘ uns!

hast du vorher je darüber nachgedacht
was das label frau*- mit deinem leben macht?

wenn du weißt, was du kannst, kannst du dann werden, wer du bist?
wenn du weißt, wer du bist, kannst du dann machen, was du willst?

un-/gewollt schwanger geworden, schule verschiebst du auf morgen…
gebären, hochzeit, einnorden – du hast jetzt global das sorgen!

nachreinigung überstunden, den ekel nie überwunden…
monate später mal urlaub! endlich weg – raus aus dem urstaub!

erinnerungen verschwommen, mein fremdes mädchen beklommen
„wann kommst du wieder? … mach schnell, ja!? … nennt mich schon мама dich леля…“

muss bald im heim sie einhegen, kann sie nicht länger verpflegen
hier lassen, zur arbeit gehen […] ich liege in abschiedswehen

hast du vorher je darüber nachgedacht
was das wort migrantin* mit deinem leben macht?

wenn du weißt, was du willst, kannst du dann leben, wo du bist?
wenn du weißt, wer du bist, kannst du dann machen, was du willst?

wiedervereinigung kostet: „dein erster job – ach, im osten!“
wer gleichberechtigt sein will, darf seine würde nicht losten!

pronatalistische staaten, die kinder wünschen, beraten –
sie liegen dir in den ohren, wahlfreiheit wird eingefroren…

du bist kurz vor’m zerbersten – beim ersten sei’s auch am schwersten …
„beim zweiten wirst du’s kaum merken! beim dritten…“ – „kannste verwerfen!“

hast du vorher je darüber nachgedacht
was das label frau* – mit deinem leben macht?

wenn du weißt, was du willst, kannst du dann bleiben, wer du bist?
wenn du weißt, wer du bist, kannst du dann leben wie du willst?

kurz vor zwölf mutter geworden, (m)ein baby grad erst geboren
allein will ich’s nicht versorgen… bleibt mein selbst? ist es gestorben?

eupheministische phrasen – platzen synchron mit fruchtblasen

noch ungeborene warten auf ’nen platz im kindergarten.
die mütter* borgen ihr leben, nach rückkehr sollen sie streben.

elternzeit, arbeiten gratis, für das baby ein paar smarties/ parties.
für dich nur zwei drittel entgelt, hartz vier plus kindergeld entfällt!

bewerben kannste dich wo(hl) nur mit (d)einem kind sinkt dein marktwert!
bloß keine milchpumpen, krankheit, kotz-rotze – nur wenn’s geparkt wird!

hast du vorher je darüber nachgedacht,
was das label kinder aus deinem leben macht?

wenn du weißt, was du hast, kannst du noch werden, was du willst?
wenn du weißt, was du willst, kannst du dann zeigen, was du hast?

statt klartext lebenslauf glätten, erst mal schön weg mit den kletten…
von kindern kannste noch später – jetzt kann nur schweigen dich retten!

binäre quoten, die gläserne decken stützen nicht smashen,
die chef*innen nicht bei rauswurf – weil mutter* – helfen, sie bashen.

hast knapp eins komma drei kinder, suchst haushaltshilfe auf tinder.
betreust drei komma eins gören, per chat zwei, die dir gehören.

hast du vorher je darüber nachgedacht
was das label mutter* aus deinem leben macht?

wenn du weißt, wer du warst, kannst du dann bleiben, wer du bist?
wenn du weißt, wer du bist, kannst du dann leben, wie du willst?

sie leben bei deiner mutter, nach ihnen fragt dich nur keine…
so gleichberechtigt sie tun – von dir woll’n sie nur das (r)eine!

das leben findet jetzt hier statt, das hast du für euch entschieden.
schläge im heim mach(t)en nicht satt – wünschst ihr ne kindheit in frieden!

kind zwei eins hast du verloren, kind zwei zwei gesund geboren.
was eltern sein heißt neu lernen, sich nur zur nachtschicht entfernen.

tag-, spät- und nachtschicht seid mütter*, kein nachtzuschlag ist echt bitter!
Regretting Mother Hood meine – ne heldin – bogen pfeil twitter!

das drittel, das euch gestohlen, wird sie eiskalt zurückholen!

hast du vorher je darüber nachgedacht,
was das labeling aus deinem leben macht?

wenn du weißt, wie du warst, kannst du dann bleiben, wie du bist?
wenn du weißt, wie du bist, kannst du dann leben, wie du willst?

das drittel das uns gestohlen, werden wir uns wiederholen!